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06.12.2021

E-Learning in rechtlich-regulatorischen Themen – kann das funktionieren?

Seit der Corona-Pandemie finden Fortbildungen und Schulungen für Mitarbeitende und Führungskräfte hauptsächlich online statt. Aber gerade Themen wie Datenschutz, Arbeitsschutz, Informationssicherheit oder Compliance sind trocken – noch dazu, wenn der direkte Austausch mit Kollegen:innen im Büro fehlt. Das muss nicht sein, erklärt lawpilots CEO Philipp von Bülow und zeigt, wie er Mitarbeitende und Führungskräfte fit für rechtliche Herausforderungen macht.

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Philipp von Bülow

DB: Herr von Bülow, was ist überhaupt E-Learning? Was können wir uns darunter vorstellen?

Bülow: Unter E-Learning kann man die Digitalisierung des Lernens verstehen. Im Gegensatz zu Präsenzschulungen und -seminaren findet das Lernen nicht mehr in einer Gruppe und analog statt, sondern einzeln und online. Das hat viele Vorteile: Reisekosten und wertvolle Zeit werden gespart und auch die Organisation von Mitarbeiterschulungen ist durch den Einsatz von E-Learning viel einfacher. Mit E-Learning ist Schluss mit der Herausforderung einen Termin zu finden, an dem alle Mitarbeitenden Zeit haben. Außerdem lassen sich E-Learnings einfacher in den Arbeitsalltag integrieren. Die Belegschaft kann frei wählen, wann und wo sie lernen möchte und auch das Tempo und die Pausen sind frei wählbar.

DB: Die Pandemie hat diesem Modell sicherlich einen Schub gegeben …

Bülow: Natürlich. Laut der „Corporate Digital Learning” Studie von KPMG nutzen mittlerweile 90 % aller Unternehmen E-Learning zur Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden. Unternehmen sparen so bis zu 60 % Schulungskosten und Mitarbeitende sparen 40 % bis 60 % Zeit im Gegensatz zu traditionellen Lernmethoden. Speziell seit Beginn der Pandemie ist die Nachfrage nach E-Learnings rasant gestiegen. Warum? Weil es mit dieser Lernmethode auch in Zeiten des Homeoffice einfach ist Mitarbeitende zu schulen. Da ein Großteil der Unternehmen bereits bekannt gegeben hat, der Belegschaft auch nach Ende der Pandemie ortsunabhängiges Arbeiten zu ermöglichen, ist mit einem weiteren starken Wachstum des E-Learning Markts zu rechnen.

DB: Dass Fortbildungen für Mitarbeitende im rechtlich-regulatorischen Bereich wichtig sind, steht außer Frage. Allerdings muss Wissensvermittlung auch nachhaltig sein – und im besten Fall auch Spaß machen. Wie können reine Online-Fortbildungen das leisten?

Bülow: Viele Unternehmen tun sich schwer damit, Mitarbeitende in rechtlich-regulatorischen Themen zu schulen. Die Gründe dafür sind abstrakte und schwer verständliche Inhalte, eine geringe Motivation für rechtliche und technische Schulungen und massive Überforderung durch sich ständig ändernde rechtliche Anforderungen.

Um dieses Problem zu lösen wurde lawpilots gegründet. Unsere E-Learnings machen Spaß, motivieren und wirken nachhaltig. Ganz getreu unserem Motto „Recht. Einfach. Verstehen.” Unser Erfolgsrezept basiert auf dem Mix von Flexibilität und Emotionen. Das positive Empfinden eines Lernerlebnisses fördert die Bildung neuer Synapsen im menschlichen Gehirn und verbessert damit das nachhaltige Bewusstsein für erlernte Inhalte signifikant. Die Emotionen der Teilnehmenden wecken wir durch eine abwechslungsreiche, interaktive und spielerische Gestaltung unserer E-Learnings. Ein Mix aus Praxisbeispielen, Erklärvideos, Gamification, Experteninterviews und Storytelling macht selbst rechtlich-regulatorische Themen spannend und anschaulich und sorgt sowohl für eine nachhaltige Verankerung im Gedächtnis als auch für eine einfache Umsetzung in den Arbeitsalltag. Zudem legen wir großen Wert auf eine Wiederholung der wichtigsten Inhalte. Je intensiver man sich mit etwas beschäftigt, desto wahrscheinlicher ist es, dass neue Informationen mit bereits vorhandenem Wissen verknüpft werden und das Gelernte vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis übergeht. Deshalb sollten bei Online-Schulungen die wichtigsten Informationen mehrfach wiederholt und abgefragt werden.

DB: Können Sie uns ein konkretes Beispiel nennen?

Bülow: Klar: Unsere Online-Schulung „Datenschutz für Mitarbeitende” besteht aus fünf Kapiteln. Jedes Kapitel hat einen eigenen Themenschwerpunkt. Eingeleitet wird das E-Learning durch einen psychologischen Trick, auf den ich nicht näher eingehen möchte. Dort lernen Teilnehmende aber schon in den ersten Minuten, wie leicht Datenschutz im geschäftlichen Alltag vergessen werden kann und wie einfach es ist, einzelne Personen durch wenige personenbezogene Daten zu identifizieren. Neben diesen eingestreuten psychologischen Tricks, die Teilnehmende regelrecht in die Schulung ziehen, maximieren interaktive Elemente die Aufmerksamkeit der Nutzer:innen.

So wird ein bloßes Durchklicken der Online-Schulung verhindert und Teilnehmende eines jeden Lerntyps erhalten anregende Varianten, die Inhalte nachhaltig zu verinnerlichen. Jedes Kapitel schließt mit einem Dialogspiel ab. In diesem werden die Inhalte spielerisch abgefragt. Die Dialogspiele stellen realistische Situationen aus dem Arbeitsalltag dar, mit welchen sich Teilnehmende sofort identifizieren können.

Durch die Wiederholung der Inhalte und die direkte Anwendung in praktischen Situationen wird das errungene Wissen nachhaltig im Langzeitgedächtnis verankert und kann einfach in der Praxis umgesetzt werden. Nach erfolgreichem Abschluss der Online-Schulung erhalten die Teilnehmenden direkt ein Zertifikat zum Download. Diese Art der Belohnung sorgt für Motivation für weitere Schulungen.

DB: Das klingt tatsächlich nach einem tollen Konzept für die Teilnehmenden! Welche Betriebe profitieren denn davon, ein solches E-Learning für ihre Mitarbeitenden zu implementieren?

Bülow: Zu unseren Kund:innen zählen Unternehmen verschiedenster Größen und Branchen. Siemens, Konica Minolta, Amnesty International, VW und auch Städte, wie die Otto-Dix-Stadt Gera schulen ihre Mitarbeitenden mit unseren E-Learnings. Generell profitiert jedes Unternehmen vom Umstieg auf Online-Schulungen.

Kleineren Unternehmen bietet E-Learning vor allem den Vorteil der Kostenersparnis. Gibt es nur zehn Mitarbeitende, müssen nur zehn Lizenzen gekauft und gezahlt werden. Das ist normalerweise weitaus günstiger, als wenn Präsenzschulungen organisiert und Vortragende bezahlt werden müssen. Zudem vereinfacht es die Organisation enorm. Über unseren Online-Shop können Lizenzen innerhalb von Sekunden gekauft werden und Mitarbeitende können im Anschluss sofort mit dem Lernen beginnen. Alles was getan werden muss, ist die Schulungscodes an die Belegschaft zu verteilen.

Mittlere und Großunternehmen profitieren vor allem davon, dass sie alle Mitarbeitenden über eine Plattform schulen können. Wir bieten mittlerweile mehr als 30 E-Learnings für diverse rechtlich-regulatorische Themen an. Auch für bestimmte Positionen, wie zum Beispiel Führungskräfte oder spezifische Abteilungen, wie zum Beispiel Marketing haben wir spezielle Online-Schulungen entwickelt. Mit mehr als 30 Sprach- und Länderversionen können Unternehmen ihre Mitarbeitenden weltweit mit unseren E-Learnings schulen. Das spart Zeit, Kosten und generellen Aufwand für eine Organisation von einzelnen Schulungen für verschiedene Unternehmensstandorte.

Großunternehmen sparen generell enorme Kosten durch den Umstieg auf E-Learning. Ein gutes Beispiel dafür ist Shell. Der Großkonzern hat es laut eigenen Angaben geschafft, mit Online-Schulungen 90 % der Schulungskosten zu senken und insgesamt mehr als 200 Millionen US-Dollar einzusparen. Auch Airbus gibt an, durch die Einführung von E-Learnings mehrere Millionen US-Dollar gespart zu haben. Zudem habe man ein höheres Engagement und eine erhöhte Zufriedenheit der Mitarbeitenden feststellen können.

Was man auch nicht vergessen darf, seit Beginn der Pandemie bieten viele Arbeitgeber:innen ihrer Belegschaft die Möglichkeit zur Arbeit von Zuhause. Zahlreiche Expert:innen vertreten die Meinung, dass sich das auch nach dem Ende der Pandemie nicht ändern wird. Aber, auch wenn Mitarbeitende Zuhause arbeiten, ist es wichtig diese zu schulen. Insbesondere in wichtigen rechtlich-regulatorischen Themen, wie Datenschutz, Informationssicherheit, Compliance und Arbeitsschutz. Mit E-Learnings ist das einfach und kostengünstig möglich.

DB: Was ist, wenn nicht jeder diese Begeisterung teilt? Wie können Arbeitgeber:innen ihren Mitarbeitenden das E-Learning schmackhaft machen?

Bülow: Zu den größten Motivatoren für Mitarbeitende zählen laut der KPMG Studie die Möglichkeit, dem individuellen Lerntempo zu folgen (95 %) und für Schulungen nicht mehr reisen zu müssen (84 %). Da das Lernen nicht mehr in der Gruppe, sondern einzeln stattfindet, können Mitarbeitende selbst entscheiden, wie viel Zeit sie sich für einzelne Themen und Kapitel nehmen. Zudem befinden sie sich in einer risikofreien Umgebung. Bei traditionellen Lernmethoden ist die Angst vor dem Versagen vor der Gruppe bei vielen groß. Daher entscheiden sich Mitarbeitende häufig dazu, nicht aktiv an Schulungen teilzunehmen.

Beim E-Learning wird Teilnehmenden diese Angst genommen. Ergebnisse und Dauer der Durchführung sind anonym und braucht jemand zwei oder mehr Anläufe für einen erfolgreichen Abschluss wird niemand darüber informiert. Die einzigen Dinge, die letztendlich zählen, sind das errungene Wissen und der erfolgreiche Abschluss des E-Learnings, nicht die Geschwindigkeit des/der Einzelnen. Auch die Freiheit selbst entscheiden zu können, wann und wo Schulungen durchgeführt und wie oft Pausen eingelegt werden, schätzen viele Mitarbeitende. Schulungen sind so viel einfacher in den Arbeitsalltag zu integrieren. Auch der ständige Zugriff zu den wichtigsten Ressourcen stellt eine große Hilfestellung im Arbeitsalltag dar.

E-Learnings machen zudem meist mehr Spaß als traditionelle Lernmethoden. Die hohe Interaktivität, die bei E-Learnings möglich ist, ist bei Präsenzschulungen nur selten gegeben. Mitarbeitende eignen sich mit interaktiven, praxisnahen Beispielen neues Wissen an und können dieses danach einfach im Berufsalltag umsetzen. Mit E-Learnings ist Schluss mit langweiligen Pflichtschulungen. Zusätzlich können Arbeitgeber:innen mit Betriebsvereinbarungen ein deutliches Zeichen setzen, dass neue Weiterbildungskonzepte befürwortet und unterstützt werden. Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der Implementierung von E-Learning in Unternehmen. Sie sind dafür verantwortlich, eine neue „Lernkultur“ zu schaffen und diese positiv zu bestärken, eventuell durch Teilhabe der Lernenden beim Implementierungsprozess. Zudem helfen Anreize dabei, die Akzeptanz zu erhöhen: Zertifikate, Freizeitausgleich, Karrierevorteile o.ä. Deshalb setzt Lawpilots diesbezüglich auch auf eine dezidierte Beratung seiner Kund:innen.

DB: lawpilots und Fachmedien Otto Schmidt haben eine Kooperation gestartet, das heißt, Ihre Online-Schulungen sind jetzt auch im Fachmedien Otto-Schmidt Shop erhältlich. Wieso bzw. was ist der Hintergrund der spannenden Zusammenarbeit?

Bülow: Der Hintergrund ist unsere eigene Kompetenz im Bereich rechtlich-regulatorischer Online-Schulungen mit der langjährigen Expertise der Fachmedien Otto Schmidt als Anbieter von juristischen Fachinhalten und Experte in Fragen des Rechts zu vereinen. Abgesehen von der Integration unserer E-Learnings in den Webshop der Fachmedien Otto Schmidt, ist für die Zukunft die gemeinsame Erstellung von Inhalten für neue E-Learnings geplant.

Durch die Kooperation mit Fachmedien Otto Schmidt können wir unser Online-Schulungsangebot insoweit weiterentwickeln, als dass wir für unsere Kund:innen weiteren Mehrwert bieten und unsere eigenen Kompetenzen damit noch weiter stärken können. Wir bauen unsere Stellung als Marktführer in rechtlich-regulatorischen E-Learnings dadurch ein weiteres Mal aus und festigen sie. Gemeinsam mit Otto Schmidt möchten wir unsere Ressourcen nutzen, um Unternehmen für die rechtlich-regulatorischen Herausforderungen der fortschreitenden Digitalisierung zu qualifizieren und zu sensibilisieren.

DB: Wie gewährleisten Sie die rechtliche Richtigkeit und die Aktualität der Inhalte?

Bülow: Jedes unserer E-Learnings wird gemeinsam mit erfahrenen Rechtsexpert:innen entwickelt und mindestens einmal jährlich upgedatet. So sind unsere Kund:innen immer am aktuellsten Stand und auf der sicheren Seite.

DB: Haben Sie ein paar allgemeine Tipps fürs E-Learning? Wie geht man es an? Wie wird es ein Erfolg?

Bülow: Wichtig vor der Einführung von E-Learnings ist es klare Ziele zu definieren. Sollen alle 50.000 Mitarbeitenden weltweit in Compliance Themen geschult werden, oder soll das Onboarding neuer Mitarbeitender einfacher und effizienter vonstattengehen?

Was auch immer das Ziel ist, wichtig ist es, sich vor der Einführung der Online-Schulungen darüber im Klaren zu sein. Nur so können Sie die perfekte E-Learning-Lösung für ein Unternehmen finden und am Ende auch Ergebnisse messen.

Wenn Sie Ihre Ziele klar definiert haben, können Sie mit der Planung der Umsetzung starten. Besitzen Sie ein internes LMS, oder sind Sie auf der Suche nach einem E-Learning Provider mit eigener Online-Plattform? Wir bei lawpilots bieten unseren Kund:innen beide Möglichkeiten. Unternehmen können unsere lawpilots Online-Plattform nutzen, oder unsere E-Learnings schnell und einfach in ihr internes LMS integrieren. In welchen Sprachen sollen die Online-Schulungen verfügbar sein? Sprechen alle Mitarbeitenden Deutsch oder gibt es noch andere Unternehmensstandorte und werden daher andere Sprachversionen benötigt? Wir bieten unsere E-Learnings mittlerweile in mehr als 30 Sprachen an, um unseren Kund:innen weltweite Schulungen ihrer Mitarbeitenden zu ermöglichen.

Zudem ist es wichtig einen internen Marketingplan aufzusetzen. Wie werden Mitarbeitende über die neuen Online-Schulungen in Kenntnis gesetzt? Natürlich gilt es noch viele andere Dinge zu beachten, aber das sind erste hilfreiche Tipps. Ich stehe E-Learning Interessent:innen gerne zu einem gemeinsamen Austausch zur Verfügung, um mehr ins Detail zu gehen.

DB: Vielen Dank für das Interview!


Redaktion

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